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Jungfrau

Vom 24. August bis zum 22. September, also das letzte Sommerdrittel, steht im Zeichen der Jungfrau. Die Volksastrologie bezeichnet die in diesem Zeitabschnitt Geborenen als Jungfraumenschen.

ER ist in diesem Zeichen mittelgroß bis groß, schlank und nicht selten von einem schwächlichen, schmächtigen Körperbau. Die ganze Erscheinung wirkt gelegentlich weich, feminin und etwas überzüchtet. Das Gesicht ist länglich, das Kinn nur schwach ausgeprägt. Die Augen blicken klug, doch fehlt ihnen oft der belebende Strahl innerer Anteilnahme. Die Nase ist gleichmäßig, aber keineswegs markant. Er gelangt häufig spät zur Reife und wirkt dadurch meist jünger als er tatsächlich ist.

SIE ist auch in späteren Jahren oft noch schlank wie ein Mädchen, allerdings oft genug auch ein wenig blutarm. Sie ist zwar betont lieblich, doch innerlich sehr kühl und zurückhaltend, was sich auch auf ihr Äußeres überträgt. Ihr Gang ist ruhig und ebenmäßig, ihre Gebärden beherrscht, ihre Stimme meist leise. Mit Temperamentausbrüchen darf man bei ihr nicht rechnen. Im vorgerückten Alter - vor allem wenn sie erotisch unbefriedigt blieb, wirkt sie häufig vertrocknet und bekommt harte, schroffe Linien.

Lebensprinzip

Das Lebensprinzip der "Jungfrau" ist das der Klarheit und der Ordnung. Der Jungfraugeborene lehnt es ab, sich von seinen eigenen Stimmungen treiben zu lassen, er will sowohl sein eigenes Verhältnis zur Umwelt als auch diese selbst organisieren und ordnen. Er versucht das Hintergründige aufzuhellen im Licht einer unbedingten und deshalb immer ein wenig kalt anmutenden Ordnung.

Der Jungfraumensch lebt um der Ordnung willen. Er versucht alles in einen festen Zustand hineinzuzwängen und ihm so Dauer zu verleihen. Er versucht, mit einer sich selbst auferlegten schematischen Beschränkung auszukommen, an die er auch sein ganzes Innenleben bindet. Er weiß immer über alles Bescheid, für ihn gibt es kein Wunder, keine Intuition, es würde ihm nie einfallen, die Feste zu feiern, wie sie fallen. Der Jungfrautyp in seiner vollen Ausprägung ist der Typ, der nach dem Kalender liebt, um ja auch alle emotionellen Beziehungen in das selbst erdachte Schema einzugliedern.

In der Jungfrau ist alles ichbezogene Theorie, auf die die Wirklichkeit zugeschnitten wird. Der Jungfraumensch muss erziehen, anderen seinen Stempel aufprägen, das Angesicht der Welt verändern und sie zum Abbild seiner eigenen Vorstellung machen. Seine Weltsicht ist immer richtig, die Meinung eines anderen höchstens Bestätigung oder verdammenswerter Widerspruch. Jungfraumenschen sind Leute, die etwas "grundsätzlich tun oder nicht tun, die etwas grundsätzlich ablehnen, kurz, ihre Grundsätze immer und überall mit sich spazieren führen".

Dazu kommt noch die Angst. Sie ahnen nämlich das Hintergründige, Fließende, Strömende des Lebens, aber sie wollen es nicht wahr haben. Sie sperren sich dagegen und gleichen so dem Erbauer eines Dammes, der seinen Acker hinter der unendlichen Weite des Meeres anlegt, das er gezähmt zu haben glaubt und von dem er in seinem Unterbewusstsein doch weiß, dass es einmal stärker sein könnte als er. Um der Sicherheit willen, die sie erstreben, klammern sich die Jungfrau-Geborenen an die sozialen Gegebenheiten, in denen sie ihren Ordnungssinn am besten zu bestätigen vermögen.

Der hervorstechendste Zug am Jungfraumenschen ist sein Bedürfnis sich einzuordnen, sein Wunsch zu dienen. Er ist immer Diener einer Sache, am intensivsten dann, wenn es sich um den Dienst an der Gemeinschaft, in der sozialen Lebensordnung handelt.

Die Schicksalsgestaltung dieses Typs erfolgt in erster Linie von der Arbeit her. Erfolg oder Misserfolg im Beruf, wirtschaftliche und soziale Aufgaben zeichnen seinen Lebensweg. Sein Mangel an Vitalität bringt ihn nicht selten in gesundheitlich schwierige Situationen, sein Interesse für den menschlichen Körper und alles, was mit Krankheit und Tod zu tun hat, ist beträchtlich. In gefühlsmäßiger Hinsicht wird dieser Typ öfter als andere über seine Hemmungen stolpern und sein ausgeprägtes Selbstbewusstsein an Enttäuschungen wundstoßen, die ihn noch mehr von der Ungerechtigkeit der Welt überzeugen.

Liebe

ER wird wegen seiner inneren Gefühlsarmut und Nüchternheit nicht immer ein erfreulicher Liebhaber sein, um so weniger, als es bei ihm keine Intuition gibt und er alles, also auch die Liebe in das Schema seiner Weltordnung eingliedern möchte. Erotische Experimente, Hingabe an den Augenblick und Verschwendung des Ich sind Begriffe, mit denen er nichts anzufangen weiß. Meistens empfindet er für seine Partnerin mehr Interesse als Leidenschaft. In seiner Jugend führt er oft ein äußerst enthaltsames Leben, wie er überhaupt der Erotik zeitlebens mit großer Skepsis gegenübersteht. Mit pikanten Witzen und schlüpfrigen Bemerkungen weiß er wenig anzufangen, für Großzügigkeit auf dem Gebiet des Eros hat er kein Verständnis. Dafür ist er ein treusorgender Familienvater, auf den man sich verlassen kann, wenn er auch gelegentlich etwas kleinlich und nörglerisch ist.

SIE verbreitet häufig eine Atmosphäre von Reinheit und Unberührtheit, die manchmal in herzlose Heuchelei ausartet, da Jungfraugeborene in Fragen der Moral äußerst streng denken. Sie liebt es zwar, beim anderen Geschlecht Erfolge zu haben und gibt sich deshalb äußerst kokett, versucht der werbende Mann aber aus ihrem Verhalten Konsequenzen zu ziehen, wird er kalt abgewiesen. Überhaupt spielt die geschlechtliche Kälte in ihrem Leben eine große Rolle und es ist statistisch nachgewiesen, dass der Prozentsatz an frigiden Jungfrau-Frauen ungeheuer groß ist. Dies mag teilweise an dem Versagen ihrer Männer liegen, die nicht genügend erfahren sind, um diese kühle Frau aus ihrem "Dornröschenschlaf " zu wecken, teilweise aber ist es auch durch ihre stark ich-betonte Haltung bedingt, die sie hindert, sich dem Manne ganz zu erschließen.

IN DER EHE und im Zusammenleben macht sich bei beiden der peinliche Ordnungssinn bemerkbar, so dass diese Ehen oft schon früh an der täglichen Gewöhnung versanden und für beide Teile langweilig und inhaltlos werden. Die Jungfrau-Gattin ist eine musterhafte Ehefrau, deren Haushalt vor Sauberkeit blitzt, die aber häufig die echte Atmosphäre der Gemütlichkeit vermissen lässt. Erotisch ist sie, wie schon gesagt, sehr schwer zu erschließen und bleibt auch in der Ehe weitgehend unbefriedigt. Bei ungünstiger Bestrahlung versucht sie diesen Mangel gelegentlich durch Sadismus auszugleichen und macht ihren Partnern durch ihre ständige Kritik das Leben zur Hölle.

Beruf

Die große Ordnungsliebe und Exaktheit dieses Typus befähigt ihn für alle jene Berufe, in denen diese Eigenschaften gefragt sind. Seine angeborene Bescheidenheit macht ihn zu einem besseren Angestellten als Vorgesetzten. Man wird bei ihm nie über Unpünktlichkeit und Schlamperei zu klagen haben, wenn er auch durch seine übertriebene Pedanterie manchmal den Kern einer Sache nicht ganz erfasst. Empfindlich ist er gegenüber jeder Form von Kritik, die er häufig als persönliche Kränkung auffaßt. Infolge seiner Vorliebe für Einzelheiten eignet er sich vortrefflich für feinkunsthandwerkliche Arbeit.

Bedeutend kann seine Begabung auf literarischem Gebiet sein. Er hat meist einen blendenden Stil und eine bestechend klare Ausdrucksweise, arbeitet er wissenschaftlich, stellt er geradezu ein Muster an Exaktheit dar. Als Redakteur, Verleger und Drucker leistet er Außerordentliches, ebenso als Anwalt und Jurist, wie die Astrologen behaupten.

Partnerschaft

Sein geringes Temperament, seine große innere Zurückhaltung und seine Sachlichkeit fördern Verbindungen mit dem artverwandten Steinbock. Hier geben gleichgestimmte Veranlagung, wirtschaftliche Interessen und zäher Ordnungssinn den Ton an. Auch Stier-Ehen können recht gut gehen, wenn dieser seine vitale Sinnlichkeit zu regeln versteht und die Schamhaftigkeit der "Jungfrau" nicht verletzt. Desgleichen versprechen Verbindungen mit Krebsen einigermaßen Erfolg, weil dieser mit den Jungfrauleuten die Vorliebe für ein beschauliches Heim und die Zurückgezogenheit von der Welt teilt. Selten oder gar nicht dagegen klappt es mit Skorpion und Widder. Beide haben zu sehr ihren Lebensstil, als dass sie sich jemals in das von der Jungfrau gezogene Schema pressen ließen. Auch der Löwe ist kein idealer Gefährte, weil er nichts weniger verträgt als die Nörgelei, die der Jungfrau vielfach angeboren scheint. Und die luftigen Zeichen schließlich kommen wegen ihrer Sprunghaftigkeit und lebhaften Phantasie kaum in Frage.

Widder Stier Zwilling Krebs Loewe Jungfrau
Waage Skorpion Schütze Steinbock Wassermann Fisch